Zuhause in der Natur

image-7924167-ae01d59ae41e4fb3b66c388707b6390b.jpg
Für uns alle war die Natur einmal unsere Heimat. Genauso wie die Naturvölker waren wir mit allen Aspekten und Erscheinungsformen der Natur vertraut. Nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Gefühl und dem Instinkt waren wir auf engste Weise mit der uns umgebenden Welt verbunden und verstanden uns aufgrund dessen als ein Teil davon. Im Laufe der Zeit wurde die Natur uns fremd ....
Hauptanliegen der Wildnispädagogik ist es, den Zugang zur Natur wieder zu öffnen. Ein übergreifendes Ziel ist die Förderung von Achtsamkeit gegenüber dem Leben, einem Verständnis für die komplexen Zusammenhänge in den ökologischen Systemen und das Entwickeln einer Verbundenheit zwischen Mensch und Natur, Mensch und Tier aber auch zwischen Mensch und Mensch.

Das pädagogische oder therapeutische Ziel ist es, das Eingebundensein in die natürlichen Zusammenhänge wieder ins Bewusstsein zu bringen, und sich in Einklang mit der Natur und sich selber zu begeben. Das wiederum soll zu einer nachhaltigen Lebensweise und einer positiveren Lebenseinstellung führen.

Die Natur als Partner und Lehrer wahrzunehmen hilft zu erkennen was wirklich wichtig ist. Sie führt zurück zu den Grundlagen des Lebens und vielleicht auch Stück für Stück näher zum Einklang zwischen Mensch und Schöpfung.

Wissenschaftliche Studien aus der Psychologie, Neurologie und Neurobiologie belegen, dass die sinnliche und emotionale Bindung an die nichtmenschliche Natur ein wesentlicher Bestandteil ist für die psychische Gesundheit von Menschen.

Wir werden heute mehr denn je zuvor mit Themen wie Artensterben, Klimatische Veränderungen, zunehmender sozialer Gewalt, massivem Leistungsdruck, Umweltkatastrophen usw. konfrontiert. Hinzu kommt in vielen Fällen eine Entfremdung zur Natur (Natur-Defizit-Syndrom). Gerade bei jungen Menschen lösen diese Entwicklungen zunehmend Ängste, Frustration und Resignation aus. Wildnispädagogik kann dem entgegenwirken indem sie den Kindern und Jugendlichen aufzeigt, was sie selber mit kleinen Schritten bewirken können und dabei hilft das eigene Potential frei zu entfalten.

Natur- und Wildnispädagogik setzt auf Ganzheitlichkeit und setzt dies um durch:
  • Wahrnehmungsspiele
  • Spiele in und mit der Natur
  • Künstlerisches Gestalten
  • Handwerkliches Tun
  • Stille und Ruhe in der Natur erfahren
  • Leben in der Natur
  • Forschendes Entdecken
  • Vermittlung von Wissen über die Natur

Grundlage für das Lernen und Lehren bildet dabei das sogenannte „Coyote Teaching“ oder „Coyote Mentoring“. Viele Naturvölker bedienten sich dieses effektiven Instruments um den nachfolgenden Generationen ein tiefes und selbständiges Lernen und Verstehen zu ermöglichen.

Beim Coyote Teaching ist der Lehrer ein Mittler zwischen dem Schüler und dem eigentlichen Lehrer - der Natur. Coyote Teaching baut nicht auf direkte Wissensvermittlung durch den Lehrenden, sondern auf die Kompetenz (Neugierde) des Lernenden, sich das nötige Wissen selbst zu erarbeiten. Dadurch können auch Selbstheilungsprozesse in Gang gesetzt und Entwicklungsblockaden gelöst werden.

Das zu Lernende soll nicht als etwas auferlegtes empfunden werden, sondern aus persönlicher Initiative und Erfahrung, zu  echtem Wissen und Können entstehen.